200 Bäume ergeben einen Wald
Auf diesem Bild siehst du auf 10qm verteilt ca. 200 Baumkinder und mit ganz viel Glück wird nach einem langen kräftezehrenden Kampf einer davon groß. Im Moment teilen sie sich Regenwasser, die Nährstoffe aus dem Boden und das begrenzte Licht, das sie durch das Blätterdach des Waldes noch erreicht. Bei ganz viel Pech fallen sie der Flurbereinigung oder bei Arbeiten im Wald einer Querung mit einem Fahrzeug zum Opfer. Jetzt stellen wir uns mal vor, bevor das passiert erhalten wir die Möglichkei, diesen kleinen Wald zu retten und die Baumkinder unter kontrollierten Bedingungen mit ausreichend Wasser, zusätzlichen Nährstoffen und mit Licht als freistehenden Baum zu versorgen. Wir geben dem kleinen Baum den Freiraum sich zu entfalten und schon nach kurzer Zeit entwickelt sich eine wunderschöne kleine Baumkrone, Seitentriebe und Wurzelwerk bilden sich. Und wenn sie dann eine Größe von 1,50 bis 1,80 m erreicht haben, entlassen wir sie wieder in die freie Wildbahn. Das heißt, wir pflanzen unseren kleinen Wald auf eine Fläche von ca. 6.000 qm Größe und wenn wir die Bäumchen vorher markieren und alles dokumentieren, können wir sie wieder so einpflanzen, wie sie als Keimling gestartet sind. Als eine vergrößerte Kopie des Miniaturwaldes. Ich finde, das ist ein schöner Gedanke. Walden macht Spaß!
Arschkarte des (Baum)-Lebens
Eine Pappel produziert bis zu 26 Millionen Samen jährlich, in ihrem Baumleben bildet sie über eine Milliarde Samen und leider gibt es nur einen der es schafft, ein richtiger Baum zu werden *. Da frage ich mich, wo sind denn die anderen 999.999.999 Mill. Pappeln geblieben? Gehören sie vielleicht zu den Samen, die freudig durch die Luft fliegen, an einem Ort landen, der ihnen scheinbar die idealen Bedingungen zum Keimen bietet, sich Wurzeln bilden und als zartes Pflänzchen aus der Erde in Richtung Licht wächst, um dann als bald festzustellen, die Arschkarte gezogen zu haben. War wohl doch der falsche Ort. Abgesehen von den natürlichen Umweltbedingungen warum ein Baum nicht groß wird, gibt es ganz viele von Menschen beeinflusste Gründe. Oben im Bild findet ihr ein paar Beispiele von einem Ahorn, der leider seinen Lebensraum ungünstig gewählt hat. Diese Bäumchen suchen wir und bieten ihnen einen neuen Platz mit Idealbedingungen zum Großwerden.
*Entnommen aus dem Buch von Peter Wohlleben „Das geheime Leben der Bäume“.
Unbedingt lesenswert!
Pflanzen mit System
Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, den Sprössling von der Rettung bis zur Freilandpflanzung optimal zu pflegen und zu versorgen. Deshalb fangen wir schon bei der Rettung an, ihn mit einem Erdballen zu entnehmen, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden. Zum Transport und als vorübergehendes Zuhause nutzen wir einen Pflanzentopf, der höher ist als breit, damit die Wurzel Platz hat sich weiter zu entwickeln. Das Zauberwort unserer Pflege heißt „Kontrollierte Bedingungen“. Denn nur so können wir gewährleisten, dass wir die Zugabe der Wassermenge und der Nährstoffe in Form von Dünger bestimmen und kontrollieren können. Durch die optimierten Bedingungen nehmen wir der Pflanze den Stress und der kleine Baum kann sich im wahrsten Sinne entfalten. Es ist wunderschön anzusehen, wie er eine Baumkrone entwickelt und sich Seitentriebe bilden. Durch die vergrößerte Oberfläche der Pflanze, ich meine damit hauptsächlich die Blätter, hat der kleine Baum mehr Möglichkeiten seine Photosynthese durchzuführen, Kohlendioxid zu binden, Sauerstoff freizusetzen und Glucose für sich abzuspeichern.
In dem Zeitraum, in dem der Baum in unserer Obhut ist, soll er eine Höhe von 100-150 cm erreichen und die Pfahlwurzel (Herzwurzel, Flachwurzel) sowie die Feinwurzeln ausbilden. Die von uns angestrebte Höhe soll unseren Baum davor schützen, von anderen Pflanzen bedrängt oder gar unterdrückt zu werden. Sicher könnt Ihr Euch vorstellen, dass sich ein üppig ausgebildetes Wurzelsystem besser im Boden verankert und die Nährstoffaufnahme im neuem Zuhause optimal funktioniert.
Baumspenden
Gerne kannst Du uns deinen Baum vorbeibringen. Aber bitte nur in einer Größe, die wir noch händeln können. Also Bäume, die man noch im Auto oder Sprinter transportieren und mit einem Spaten ausgraben kann. Immer mit Ballen großzügig abgestochen in einen großen Blumentopf oder Eimer. Du kannst den Baum gerne einfach auf den Hof stellen. Wir hegen und pflegen ihn bis wir einen geeigneten Platz finden. Am liebsten natürlich als Mitglied in unserem Wald. Falls Ihr euch einen Weihnachtsbaum holt, bitte dann mit einer Wurzel, und nach Weihnachten ab zu uns, wir freuen uns!
Grünanlagenpflege / Flurbereinigung
Die Natur hat den Drang sich auszubreiten, auch in Gebieten, in denen das vom Menschen nicht erwünscht ist - dann erfolgt meist ein radikaler Rückschnitt mit Stumpf und Stiel. Ziel dieser Maßnahmen ist, den Zeitpunkt des erneuten Einsatzes von Hacke, Säge und Schere soweit wie möglich nach hinten zu schieben. Es sind aber oft nicht nur Unkräuter und wildwuchernde Sträucher, sondern auch Baumschößlinge, die der Grünbeseitigung zum Opfer fallen. Diese kleinen Bäume vor der öffentlichen Flurbereinigung zu retten ist unser erklärtes Ziel. Bevor Rückschnittarbeiten in den folgenden Bereichen beginnen, gebt uns doch einfach Bescheid:
- Grünanlagen (Parks, Naherholungsgebiete, Friedhöfe)
- Seitenstreifen von Spazier- und Radwegen
- Brachflächen
- Neubaugebieten
- Tiefbauarbeiten
- Abraumhalden
- Private Gärten
- Grünflächen auf Unternehmensgrundstücken
- Naturbelassene Regenrückhaltebecken
- Sportplätze
Gib uns die Genehmigung, diese jungen Bäume zu retten, um damit unsere Wälder zu pflanzen. Sende uns eine Email unter info@wirpflanzenwald.de am besten mit einem Bild deiner Grünfläche.